Der Schulpersonalrat der Käthe-Kollwitz-Schule freut sich über den Besuch der Landtagsabgeordneten Barbara Cárdenas am 14.12.09 in ihrer Schule. Frau Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Linken, wurde begleitet von dem Offenbacher Stadtverordneten Dr. Wolfgang Christian. Beide wollten sich ein persönliches Bild vom Zustand der Schule machen.
Der Schulleiter Gerd Müller und betroffene Lehrkräfte begleiteten die beiden bei ihrem Rundgang. Dabei beeindruckte der Zustand einer Lehrküche mit defekten Geräten und kaputten Schränken, die seit Jahren erneuert werden muss. Ebenso wurde ein Raum besichtigt, in dem Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte immer wieder allergische Hautreaktionen und Atembeschwerden nach mehrstündigem Aufenthalt erleiden. Bisher konnte die Ursache nicht ermittelt werden, wenn auch Schimmelpilzsporen gefunden wurden - allerdings unterhalb von Grenzwerten.
Defekte Deckenplatten, von denen einige bereits wegen lungengängiger Mineralfasern – auch im darüber liegenden Dämmmaterial – ausgetauscht werden mussten, veranlassten Frau Cárdenas zu der Feststellung: "Bei einer Sanierung müssen die doch wohl komplett erneuert werden." Der Schulleiter musste jedoch einräumen, dass dies noch nicht sicher sei.
Auf Unverständnis stieß, dass ein ehemaliger Flur als Bewegungsraum sowie als überdimensionierter Unterrichts- und Prüfungsraum dient. Er wird, wie der Schulleiter Gerd Müller mitteilte, im Sommer wegen der mangelhaften Wärmedämmung bis 45 Grad warm. Die Ausstattung mit herunterhängenden defekten Jalousien, die für Schulen untauglich sind, sorgte für Entrüstung. Der Lehrerausbilder Volker Sauerwein wies darauf hin, dass der Raum als Ersatz für eine Turnhalle für 1450 Schülerinnen und Schüler herhalten muss – und dass hier Lehrkräfte im Fach Bewegungserziehung ausgebildet werden.
Weiterhin wird berichtet, dass der Unterricht in allen Räumen der Ost- und Südseiten des Schulgebäudes im Sommer wegen der starken Hitze nur bei geöffneten Fenstern möglich sei. Dabei wiederum werde der Unterricht durch den regelmäßigen Flugverkehr nachhaltig gestört.
Der Personalratsvorsitzende Michael Köditz berichtete von viel zu kleinen dunklen Unterrichtsräumen im Keller, in denen ein strenger Geruch herrscht. "Sogar der Filmraum, der keine Heizung hat, dient zeitweise als Unterrichtsraum. Im Winter legen die Schülerinnen und Schüler dort ihre Mäntel nicht ab und sind froh, wenn die Stunde vorbei ist.", so Köditz.
Die Schulpersonalrätin Dorothea Fries zeigte die Problematik zweier weiterer Räume ohne Tageslicht auf: "Beide sind vom Flur nur durch ein Gitter getrennt. Wenn jemand den Flur überqueren muss, wird der Unterricht regelmäßig gestört." Des Weiteren bemängelt sie hier die geringe Möglichkeit der Luftzufuhr.
Intensiv besprochen wurde die Asbestproblematik. "Die Schule soll ja nun saniert werden. Dass aber der Austausch der asbesthaltigen Wände nicht gesichert ist, kann ich nicht verstehen.", so Schulleiter Gerd Müller. Die Gäste konnten die Bohrlöcher in den Wänden besichtigen, die – entgegen den Beteuerungen der Stadt – im Sekretariat auch nicht durch Klebstoff verschlossen sind.
Michael Köditz wies darauf hin, dass bei TÜV-Untersuchungen im Jahr 2007 in der Schule sehr wohl wiederholt und an verschiedenen Orten Asbest gefunden worden sei, sogar in der Lüftung. Dabei stellte er die Problematik von Raumluftmessungen dar. Fachleuten würden diese zur Feststellung von Sanierungsbedarf als ungeeignet ansehen, da Asbestfasern zu unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Gründen freigesetzt werden – und nicht gerade dann, wenn gemessen wird. „Die Asbest-Richtlinie Nordrhein-Westfalen sieht daher vor, die Dringlichkeit des Austauschs asbesthaltiger Elemente mit einem Punktesystem zu ermitteln. Besonders hohe Punktzahlen werden vergeben, wenn Asbestprodukte sich unmittelbar im Raum befinden, durch direkte Zugänglichkeit Beschädigungen ausgesetzt sind – und wenn der Raum regelmäßig von Kindern und Jugendlichen benutzt wird. All dies ist in der Käthe-Kollwitz-Schule der Fall.“, so Köditz.
Der Schulpersonalrat monierte, dass 2007 zwar asbesthaltige Elemente wie Brandschutzklappen entsorgt worden seien, eine Entfernung aller Asbestprodukte aber aus Kostengründen nicht erfolgte. „Dies muss bei einer umfassenden Sanierung doch nun nachgeholt werden!“ stellte die Landtagsabgeordnete Barbara Cárdenas bei allseitiger Zustimmung abschließend fest.
In Ergänzung von Presseberichten stellt der Personalrat darüber hinaus klar, dass er nie gefordert hat, Löcher in Asbestwänden mit Klebstoff zu verschließen, sondern seit mehreren Jahren vergeblich den Austausch der beschädigten Platten verlangt. Dass der nicht erfolgt ist, kann nicht dem Schulhausmeister angelastet werden; der kann nicht mehr tun, als die Aufträge seines Arbeitgebers auszuführen.
Der Schulpersonalrat: Iris Bachmann, Dorothea Fries, Michael Köditz, Maren Laakmann, Ruth Moritz