13.09.2008 Staudinger Demo

Klima Schützen - Kohle stoppen!

Für das Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau hat E.ON angekündigt, ab 2012 drei alte Kraftwerksblöcke abschalten zu wollen. Der dafür geplante neue “Block 6" wird mit seiner Inbetriebnahme einen Anstieg der CO2-Emissionen von fünf auf neun Mio. Tonnen verursachen.
Trotz der Ankündigung von E.ON-Chef Bernotat, Kohlekraftwerke nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung zu bauen, gehen alle Bestrebungen des Konzerns in diese Richtung. Und das, obwohl vor Ort massiver Protest organisiert wird und, obwohl der hessische Landtag im Juni gegen einen Ausbau von Staudinger entschieden hat.

Deutschland ist bereits heute mit seinem CO2-Ausstoß heute einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Die Verfeuerung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen zur Energiegewinnung ist für Mensch und Umwelt massiv schädlich und lässt sich nicht mehr so weiterführen wie bisher.
Dass sich das Klima global auf dramatische Weise verändert, bestreitet heute niemand mehr ernsthaft. Die beantragte Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger durch E.ON ist für Viele völlig unverständlich und eine Provokation. Für immer mehr Menschen entwickeln sich die Ausgaben für Energie zu einer schweren finanziellen Belastung. International nehmen die Konflikte um den Zugang zu Rohstoffen und Energieträgern neue und gefährliche Dimensionen an. Auch da sollte man sich nichts vormachen: Die Kriege der Zukunft werden um den Zugang zu Rohstoffen und fossilen Energieträgern geführt.

Dabei profitiert nur eine gesellschaftliche Gruppe von den wachsenden Spannungen und Energiepreisen: Die internationalen Energiekonzerne fahren historische Gewinne ein und haben überhaupt kein Interesse an einer Politik, die die Nachfrage nach Strom und herkömmlichen Energieträgern senken könnte. Herstellung und Vertrieb von Strom und Energie in Deutschland erfolgen heute unter der Prämisse, höchstmögliche Renditen für die „Großen Vier“ Stromkonzerne zu erwirtschaften. Ohne eine Entmachtung der Energiekonzerne wird es keine Energiewende geben.

Energiepolitik ist dem öffentlichen Interesse an einer bezahlbaren und umweltverträglichen Energieversorgung zu unterstellen. Es wird höchste Zeit, einer fortschreitenden Privatisierung von Versorgungsbetrieben entgegenzutreten und für eine Rückführung der Energiekonzerne in öffentliches Eigentum zu sorgen.