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Fluglärm macht krank!

Gesundheitsrisiko Fluglärm: Minister ohne Antworten

Minister Jürgen Banzer (CDU) konnte im Ausschuss für Arbeit, Familie und Gesundheit keine Auskunft auf die Fragen im Berichtsantrag der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag zu Krankheits- und Todesfälle durch Fluglärm rings um den Frankfurter Fluglärm geben. Minister Banzer habe bei seinen Ausführungen mehrfach betont, dass zur Beantwortung der Fragen nach Krankheitsfällen durch Fluglärm der Landesregierung keine belastbaren Studiendaten vorlägen. Auch die Übertragbarkeit von Ergebnissen existierender Studien auf die Verhältnisse am Frankfurter Flughafen sei nur eingeschränkt möglich.

Die Sprachlosigkeit des Ministers zeigt, dass wir dringend eine entsprechende Risikostudie brauchen. Ohne diese können weder die Menschen über die Risiken informiert werden noch, ist eine sinnvolle Planung der medizinischen Versorgung für das Rhein-Main-Gebiet möglich. Offenbar fürchte sich die Landesregierung davor, dass ein zahlenmäßiger Nachweis von Bluthochdruckerkrankungen, Schlaganfällen und Brustkrebsfälle durch Fluglärm eine breite Bevölkerungsschicht gegen ihr unverantwortliches Handeln aufbringen könnte.

Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, wie hoch ihr Risiko ist, durch die aktuelle Fluglärmbelastung zu erkranken. Und wie sehr dieses Risiko durch den Flughafenausbau ansteigt. Das kann eine Studie nach dem Vorbild der Arbeiten von Professor Eberhard Greiser leisten. Es ist unverantwortlich, dass sich die Luftfahrt-Lobbyisten in der Regierung, Wirtschaftminister Dieter Posch (FDP) und Ministerpräsident Roland Koch (CDU), gegen eine solche Studie sperren. Das Land Hessen hat die Pflicht, die Menschen über die gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm zu informieren. Die Ergebnisse dieser Studie sind für die Planung der Gesundheitsvorsorge und der medizinischen Versorgung in der Region unverzichtbar.“ 

Die vom Fluglärm betroffenen Menschen hätten schon lange das Vertrauen in die Landesregierung verloren. Deshalb sei es ihr berechtigter Wunsch, dass die Risikostudie von einem unabhängigen Träger in Auftrag gegeben werde. Dialogforum und Umwelthaus seien Beispiele dafür, wie man die Interessen der Bürger nicht ernst genommen und ins Leere haben laufen lassen.

Berichtsantrag_Erkrankungsrisiko_durch_Fluglaerm.pdf

Wortbruch Nachtflugverbot

Die Hessische Landesregierung hat in Sachen Flughafenausbau Wortbruch begangen!

Lange Zeit hat Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erklärt: Einen Ausbau gibt es nur gegen ein Nachtflugverbot, und das Nachtflugverbot kommt nur, wenn der Flughafen ausgebaut wird. Nun zeigt sich: Die Zusagen von Koch und Co. sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Ein Nachtflugverbot war von der Regierung nie gewollt. CDU und FDP betreiben seit Jahren konsequent und rücksichtslos ausschließlich das Geschäft von Fluggesellschaften und Fraport.

Studie zu Fluglärm

Prof. Greisers Aussagen und die bekannt gewordenen Ergebnisse der vom Bundesumweltamt in Auftrag gegebenen Studie bestätigen die Position der LINKEN: Fluglärm macht krank. Er führt zu einer dramatischen Zunahme lebensgefährlicher Krankheiten. Unter anderem zu einem dramatischen Anstieg von Schlaganfällen und Herzerkrankungen. Die Brustkrebsrate der untersuchten Frauen steigt um erschreckende 200 Prozent. Was für die Anwohner rings um den Köln-Bonner Flughafen gilt, lässt sich auch auf Frankfurt übertragen.

Deshalb ist für DIE LINKE ein konsequentes Nachtflugverbot das Gebot der Stunde - keine Mini-Nachtruhe von 23 bis 5 Uhr, sondern eine an dem Lebensrhythmus der Menschen orientierte von 22 bis 6 Uhr.
DIE LINKE setze sich dafür ein, dass für das Rhein-Main-Gebiet eine Studie mit den Qualitätsstandards, wie sie bei Greiser zu finden sei, erarbeitet werde.