
Das Konzept der ‚Selbstständige Schule’ von Kulturministerin Dorothea Henzler (FDP) bringt den Schlen nicht die dringend benötigten Lehrkräfte, kleinere Klassen und einen Zuwachs an pädagogischer Selbstständigkeit. Die Ministerin will, unter einem missbräuchlichen Gebrauch von Begriffen wie Freiheit und Selbständigkeit, Lehrer und Schüler mittels betriebswirtschaftlicher Methoden, ständiger Kontrolle und erhöhtem Leistungsdruck auspressen. Statt einer Verbesserung der Situation sind de facto Mittelkürzungen und immer weiter reichende Einschränkungen der pädagogischen Freiheiten geplant. Das neue Schulgesetz setzt sogar auf die Ausweitung von Leiharbeit im Unterricht.
Ab 1. Januar 2011 sollne die Schulen mehr Selbstständigkeit bei der Festlegung der Klassengrößen, schuleigenen Fortbildungskonzepte und der Personalführung bekommen. Zudem dürfen die Schulen die bisher getrennten Budgets für etwa Vertretungsunterricht, Lehrmittel und Informationstechnologie in einen Topf zusammenführen. Zum Schuljahr 2011/12 können sich Schulen zur "Selbstständigen Schulen Hessen" (SES) weiterentwickeln. Diese Einrichtungen verfügten dann vollständig über freie Personalmittel. Den Schulen, die das Angebot annehmen, stellt Henzler eine 101-prozentige Lehrerversorgung in Aussicht.
Mit guter Bildung und Pädagogik hat dies alles nichts zu tun. Es droht vielmehr permanente Leistungsmessungen, Druck, Angst, Prekarisierung und eine weitere Privatisierung von Bildung.