
Das Vorgehen, zu Jahresbeginn die Mittel für Sportangebote um ein Drittel zu kürzen, gefährdet nicht nur den laufenden Betrieb, sondern die Gesamtkooperation zwischen Schulen und Sportverbänden. Das Ganztagsangebot hat dann an vielen Orten keinen Bestand mehr. Das trifft insbesondere die Kinder aus bildungsfernen und finanziell schwächer gestellten Familien und ist Ausdruck einer zutiefst unsozialen Politik.
Durch die Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen wurde in den letzten Jahren ein breites Angebot an den Schulen geschaffen. Die Sportjugend Hessen hat eine Initiative "Sportverein plus Schule" ins Leben gerufen, die diese Kooperation stützt. Insbesondere Ganztagsschulen sind auf das Sportangebot angewiesen. Die Zahl der Ganztagsschulen in Hessen wächst stetig - das Kultusministerium hat das Ziel, bis 2015 an allen rund 2.000 Schulen ein freiwilliges Ganztagsangebot zu schaffen. Qualifizierte Übungsleiter und Übungsleiterinnen müssen angemessen bezahlt werden, sonst ergibt sich in der Konsequenz entweder die Situation, dass das Sportangebot eingestellt werden muss oder aber von nicht qualifizierten Personen durchgeführt werden soll.
Die geplanten Kürzungen im Schulbereich sehen vor, dass für den Bereich Schulsport 200.000 € wegfallen sollen. Das Programm zur Förderung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen soll um ein Drittel gekürzt werden. Es ist problematisch, ein solches Programm zu initiieren und zu etablieren und dann die Vereine, Schulleitungen und Eltern mit dem Problem der Fortfinanzierung zu belasten. Damit riskiert die Landesregierung, den Schülerinnen und Schülern ein solch wichtiges Angebot und Instrument zur sozialen Integration und Kommunikation zu nehmen. Hinzu kommt die präventive Wirkung der Sportangebote, denn der gesundheitsfördernde Aspekt liegt klar auf der Hand. Es stellt sich die Frage, wie dann "… eine sinnvolle Freizeitbetätigung durch die Vermittlung breiten- und freizeitsportlicher Inhalte sowie vielfältige Körper- und Bewegungserfahrungen" durch "… qualifizierte Übungsleiter/ innen seitens der Sportvereine" erreicht werden soll, wie es das HKM in seinem "Programm zur Förderung von Schule und Sportverein" vorsieht. Wer Nachmittagsangebote schafft, Ganztagsschulen fördert und flächendeckend ausbauen lassen will, darf die Landesmittel nicht kürzen. Die Verantwortung darf nicht den Eltern oder Kooperationspartnern - in diesem Fall den Sportvereinen und Sportverbänden - in die Schuhe geschoben werden in der Hoffnung, dass diese aus Rücksicht auf die Kinder schon dafür sorgen werden, dass der Betrieb weiterhin läuft.