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22. Februar 2010

SV+ scheitern lassen

Zur aktuellen Kritik an Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) keine weitere Verwaltungsinstanz aufbauen zu wollen, um die beruflichen Schulen mit einer von den allgemeinbildenden Schulen gesonderten Lehrerzuweisung versehen zu lassen, erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: 

„DIE LINKE. im Hessischen Landtag begrüßt, dass die hessischen Berufsschullehrer das Projekt SV+ gegebenenfalls scheitern lassen wollen. Das Projekt ‚Selbstverantwortung plus’ geht an den realen Problemen der beruflichen Schulen in Hessen, allen voran einem grundlegenden Lehrermangel, vorbei. Überdies stärkt die in SV+ entwickelte Kernschulverfassung einseitig die Schulleitungen und baut Mitbestimmungsrechte von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ab.“ 

Zugleich hätten die eingesetzten Mittel auch keinerlei erkennbare Verbesserung der Unterrichtsqualität, dafür jedoch eine rigorose Zunahme der Belastungen der Kollegien sowie Schulverwaltung mit sich gebracht. 

Cárdenas: „Selbst der von Ministerin Henzler unlängst einkassierte und unter Verschluss gehaltene Arbeitsbericht der Projektgruppe ‚Eigenverantwortliche Schule’ vom Januar 2009 konstatiert: ‚Einen direkten Zusammenhang zwischen erhöhter Eigenverantwortlichkeit der Schulen und dem erfolgreicheren Erreichen pädagogischer Ziele konnte die Projektgruppe bei ihrer Bestandsaufnahme nicht ermitteln.’“

Insofern leisteten die Verfechter des Projektes SV+ stets aufs Neue dem Verdacht Vorschub, es gehe ihnen in Wirklichkeit um eine Herauslösung der Beruflichen Schulen aus dem staatlichen System und deren Ausrichtung am Modell eines betriebswirtschaftlich ausgerichteten Unternehmens, das besser auf dem Bildungsmarkt operieren könne. Das vorläufige Beibehalten einer einheitlichen Lehrerzuweisung schiebe solchen Plänen zumindest vorerst einen Riegel vor.