9. Februar 2010

Bildungspolitik à la FDP: Elite-Schulen fördern, damit die Kinder von Reichen gute Bedingungen vorfinden!

Zu der Frage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Florian Rentsch im Wiesbadener Kurier von heute, im Zusammenhang mit der Ansiedlung der staatlich hoch subventionierten European Business-School (EBS) wisse er nicht, „wann das letzte Mal eine solche Investition für den Bildungsbereich […] nach Wiesbaden geholt worden ist“, erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Diese Frage ist schnell beantwortet: Noch nie! Und zwar aus dem einfachen Grund, dass es lange Jahre einen politischen Konsens im Land gab, das Sondierungsverbot des Grundgesetzes zu beachten und insofern Elitenbildung als kritik- statt förderungswürdig anzusehen.“ 

Generell sei ihr überdies die von Herrn Rentsch an den Tag gelegte Dialektik nicht eingängig, so Cárdenas.

„Was aktuell in Wiesbaden geschieht ist Bildungskürzung und nicht etwa, wie Rentsch zu suggerieren versucht, ‚Investition’ in Bildung. Während die städtischen Schulen angewiesen sind, pauschal und rigoros 12 Prozent Einsparungen vorzunehmen, geben Stadt und Land gleichzeitig hohe Millionenbeträge zur Förderung der privaten Eliteschmiede EBS mit horrenden Studiengebühren aus. Der Sachverhalt stellt sich folgendermaßen dar: Weil Stadt und Land die Kinder Vermögender stärker fördern wollen, müssen sie nun die öffentlichen Schulen noch weiter kaputt sparen.“