31. Januar 2012

Mindestlohn muss vor Armut schützen

Auf die Aussage des Geschäftsstellenleiters Hanau-Offenbach der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Franz Wolf, der gesetzliche Mindestlohn laufe auf eine ‚staatliche verordnete Arbeitslosigkeit‘ hinaus, erwidert nun die Landtagsabgeordnete der LINKEN Barbara Cárdenas:

„Herr Wolf sollte innerhalb seines Verbandes genauer hinhören. Mittlerweile sind nicht nur, wie er sagt, Gewerkschaften, Sozialverbände und linke Politiker für einen gesetzlichen Mindestlohn. Auch viele Unternehmer und andere Parteien sehen die Vorteile darin.“

Die Einführung einer allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze hält Cárdenas für dringend notwendig: „Jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bewegt sich im Niedriglohnbereich. Davon arbeiten 1,15 Millionen für weniger als 5 Euro in der Stunde und 3,4 Millionen arbeiten für weniger als 7 Euro die Stunde. Zwischen 1998 und 2008 ist der Anteil der Beschäftigten mit Armutslöhnen von 8,3 Prozent auf 12,7 Prozent gestiegen. Das ist eine drastische Steigerung um 50 Prozent.“

DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von 10 Euro die Stunde, damit die Menschen von ihrer Arbeit leben können und nicht auf weitere staatliche Transferleistungen, wie etwa Hartz IV, angewiesen sind. Ebenfalls müssen die Menschen, die 45 Versicherungsjahre vollzeitbeschäftigt waren, mit ihrer Rente auskommen können. „Viele Unternehmer haben in den letzten Jahren bewusst den Niedriglohnsektor genutzt, nicht um Geringqualifizierten einen Job zugeben, sondern um Löhne zu drücken und die Kosten auf die Allgemeinheit abzugewälzen. Damit muss endlich Schluss sein!“, empört sich Cárdenas.