Zu den heute im Kulturpolitischen Ausschuss (KPA) präsentierten Ergebnissen des so genannten Schul-TÜVs erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Das Prozedere der ständigen Testerei und Evaluation bei gleichzeitig ausbleibender Gewährleistung der für gute Bildung notwendigen Bedingungen, erinnert stark an die Einführung der so genannten Fördergutachten. Auch da wurde viel Geld investiert, viel ‚geforscht’ und analysiert, doch den Schülern geholfen hat das nie.“ Es bestehe die große Gefahr, dass die Ergebnisse der Schulinspektionen in der nächsten Zeit dazu benutzt würden, die Verantwortung für gute Schulqualität immer mehr auf die Lehrer und Schulen abzuschieben, so Cárdenas. Ein Indiz dafür sehe sie vor allem in der Behauptung des Abschlussberichts, es bestehe kein praktisch bedeutsamer Zusammenhang zwischen der Lerngruppengröße und den Kriterien des Unterrichtsbeobachtungsbogens (Qualität von Unterricht)’. Cárdenas: „Wenn das Institut für Qualitätssicherung davon ausgeht, es mache ‚qualitativ’ keinen Unterschied, ob Kinder in Klassen mit einer Größe von 20 oder 33 beschult würden, zeigt das vor allem eines: Was das IQ unter Qualität versteht, hat mit dem, was Lehrer, Eltern und Schüler hierunter verstehen, wenig zu tun.“ Natürlich sei es sinnvoll, wenn bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen eine größere Rolle spiele. Diese Neuerung müsse jedoch mit besseren Rahmenbedingungen kombiniert werden – und dazu gehörten auf jeden Fall kleinere Klassen. „Gute ‚individuelle Förderung’, soziales und kooperatives Lernen – wie sollte das selbst für den besten aller Lehrer in Klassen von bis zu 33 Schülern jemals möglich sein?“, so Cárdenas abschließend.