LINKE sieht große Lücken bei den Pflegefachkräften
„Seit langem ist es bekannt: Es wird damit gerechnet, dass in den kommenden Jahren die Pflegebedürftigkeit aufgrund des demografischen Wandels stark zunehmen wird. Diese Entwicklung betrachten DIE LINKEN aufgrund des bereits jetzt spürbaren Fachkräftemangels in der Altenpflege mit großer Sorge. Zumal die Heimpersonalverordnung für eine qualifizierte Pflege eine Quote von 50 % an examinierten Kräften verlangt. Vor drei Jahren fehlten hessenweit noch 564 Fachkräfte“, so die Landtagsabgeordnete Barbara Cárdenas und die Stadtverbandsvorsitzende Michaela Block in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
Als geradezu fatal empfindet es Cárdenas, dass die Ausbildungsplätze für Hessen von 3.500 auf 4.000 aufgestockt werden, gleichzeitig es aber Pläne für eine Verordnung gibt, die Mittel für die Altenpflegeschulen um eine Summe zwischen 800.000 bis 1,4 Millionen Euro zu kürzen.
Michaela Block, von Beruf Altenpflegerin, befürchtet, dass Einsparungen beim Schulgeld die Existenz der Bildungseinrichtungen akut bedrohen werden. „Wenn sich die Arbeitsbedingungen für die in der Altenpflege Beschäftigten nicht schnellstens verbessern, können auch verstärkte Ausbildungsangebote den Mangel an Arbeitskräften nicht beheben, weil es bei den Ausbildern und evtl. auch an den Ausbildungsorten zu Engpässen kommt.“
Generell sehen DIE LINKEN immer noch nicht die dem Pflegeberuf zustehende gesellschaftliche Anerkennung. Durch die dünne Personaldecke sind Überstunden an der Tagesordnung und viele aus dieser Berufssparte müssen wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Hinzu kommt, dass die Bezahlung eben nicht der Schwere des Berufes angepasst ist. Ebenfalls ist es an der Tagesordnung, bei Neueinstellungen nur befristete Arbeitsverhältnisse abzuschließen. Die Beschäftigten brauchen einen sicheren Arbeitsplatz, der auch dadurch nicht gefährdet wird, wenn Überkapazitäten an Pflegeplätzen entstehen, die den Betrieb eines Pflegeheimes belasten.
Nach Ansicht der LINKEN kann zu Recht behauptet werden, dass sich die überwiegende Anzahl der Pflegekräfte in einem Niedriglohnbereich befinden. Obwohl viele Politiker von CDU und FDP behaupten, dass die Pflege von älteren Menschen immer wichtiger wird, werden auf der anderen Seite die benötigten finanziellen Mittel aber nicht bereitgestellt und der Pflegenotstand noch verschärft. Anstelle dies zu beheben, wird - insbesondere durch den Wegfall des Zivildienstes - über Zwangsdienste für bestimmte Personengruppen nachgedacht. Dies ist eine Schande und vergisst, dass es in der Pflege um Menschen geht.