Zum Auftritt Thilo Sarrazins im Hessischen Integrationsministerium zum Thema‚ Chancen und Grenzen der Integration’(Anm. am 9. März) erklärt Barbara Cárdenas, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat das bekommen, was absehbar war: Einen Diskutanten, der nicht eine integrationspolitisch notwendige Debatte befördert, sondern provoziert und durch Pöbeleien Aufmerksamkeit erzielt.
Die Einladung Sarrazins hat ein bezeichnendes Licht auf das Integrationsverständnis von Minister Hahn geworfen. Sarrazins abfällige Äußerungen gegenüber Migrantinnen und Migranten fördern rassistisch gefärbte Bilder und enthalten Stereotype, wie sie im rechtsradikalen Diskurs zur Stimmungsmache benutzt werden. Dass Minister Hahn dem für seine beleidigenden Äußerungen bekannten Bundesbänker den roten Teppich ausrollt, ist ein skandalöser und die hessische Integrationspolitik schwer beschädigender Vorgang!“
Herr Hahn wäre gut beraten gewesen, so Cárdenas, der Forderung der LINKEN-Fraktion nachzukommen und Herrn Sarrazin wieder auszuladen. Erinnert sei hier unter anderem daran, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. März Sarrazin zitiere: ‚Was so ein Afterwissenschafler schreibt, kann niemals an mir kleben’ (O-Ton Sarrazin). In dieser Weise von Sarrazin tituliert werde der Potsdamer Extremismusforscher Gideon Botsch vom Moses-Mendelssohn-Zentrum (MMZ), der in einem Gutachten zu dem Ergebnis kommt, dass Sarrazins Äußerungen‚ eindeutig rassistisch’ sind.
Cárdenas: „Statt die Veranstaltung zu nutzen, um darüber zu diskutieren, wie gleiche Bildungschancen für Migrantinnnen und Migraten erreicht werden können, wird ein Rassist in Nadelstreifen ins Ministerium eingeladen – ein intergrationspolitisch fatales Signal.“