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10. Dezember 2009

….und als nächstes Schulgeld?

Zur Großen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag bezüglich der zunehmenden Entgeltlichkeit des Schulsystems erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„In Hessen gilt Lernmittelfreiheit sowie Unentgeltlichkeit des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler. Nach Aussagen von Betroffenenverbänden werden diese Bestimmungen in Hessen jedoch zunehmend unterlaufen. Eltern werden für den Bildungserwerb ihrer Kinder immer mehr zur Kasse gebeten, was arme Familien überproportional betrifft.“ 

Schulen würden für unterrichtsnotwendige Kopien inzwischen immer öfter so genannte Kopierpauschalen erheben. Die Lösungswege und Übungsaufgaben für das Landesabitur seien nur noch für Geld zu haben. Und - wie der Landeselternbeirat in einer Pressemitteilung bereits im Oktober mitteilte - würden jetzt auch noch Schülerinnen und Schüler in G8 dadurch diskriminiert, dass ihnen die Beförderungskosten nur noch bis zum Abschluss der Klasse 9 erstattet würden.  

Cárdenas: „Anscheinend weiß die Landesregierung nur in ungenügendem Maße, in welchem Zustand unser Bildungssystem ist. Dennoch redet sie Armut, Bildungsbenachteiligung und soziale Selektivität des dreigliedrigen Schulsystems klein und steckt den Kopf in den Sand.“  

Angesichts der über 100 Fragen aus der Großen Anfrage, die die Landesregierung nicht beantworten konnte, sei hier mittelfristig überdies nötig: Eine Bildungsberichterstattung, die es ermöglicht, Politik aufgrund rationaler Entscheidungen und Beweggründe zu machen. Anstatt aus ideologischen Beweggründen und in völligem Unwissen über die Zustände im Land.