Anlässlich der Pressekonferenz von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) zum Schuljahresbeginn 2011/2012 erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Es wird spannend, wie Ministerin Henzler die 500 zusätzlichen Lehrerstellen, die wir im Prinzip begrüßen würden, besetzen will. In den vergangenen Jahren sind in Hessen viel zu wenige Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet worden, hier ist nämlich schon gespart worden, so dass Hessen Personal in anderen Bundesländern abwerben müsste.
Nicht nur, dass das kein guter Stil wäre; auch werden sich Lehrerinnen und Lehrer zweimal überlegen, nach Hessen zu kommen angesichts der zusätzlichen Aufgaben, die neben dem Unterricht den Schulen aufgebürdet werden.
Denn das Konzept der Selbstständigen Schule, das Henzler hoch lobt, wird in jedem Fall den Effekt haben, dass die Schulen den Mangel verwalten müssen, ohne dass es zu besserem Unterricht führen wird.
Wenn von der Aufstockung des Ganztagsangebotes in Hessen um 75 neue Angebote die Rede ist, heißt das nicht, dass es in Hessen plötzlich eine größere Anzahl ganztägig arbeitender Schulen gibt. Auch hier bleibt Ministerin Henzler hinter den Notwendigkeiten zurück. Und, was besonders bedauerlich ist: Zur Ausstattung inklusiven Unterrichtens ist sie – dem neuen Schulgesetz zum Trotz – ebenfalls eine Antwort schuldig geblieben.“
Ministerin Henzler versuche, Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern Erfolgsmeldungen zu unterbreiten, die näherer Betrachtung nicht stand halten. Eine Antwort darauf, wo sie die 68 Millionen Euro, die das Kultusministerium in 2012 kürzen müsse, veranschlagen werde, habe die Ministerin ebenfalls nicht geben wollen. Vermutlich werde sie dafür auch keine eigene Pressekonferenz anberaumen.