„Die in den letzten Wochen zunehmenden Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern im Main-Kinzig-Kreis über den Fluglärm müssen Ernst genommen werden“, so der Bundestagsabgeordnete der LINKEN aus dem Wahlkreis Hanau, Werner Dreibus, in einer Presseerklärung. „Dabei ist entscheidend, den Lärm langfristig zu reduzieren statt ihn nur anders zu verteilen.“
Die Neuerungen im Anflugverfahren für den Flughafen Rhein-Main hätten nun erste Auswirkungen – wie von vielen Kritikern des Ausbaus und des Fluglärms vorhergesehen. Die Absenkung des Luftraumes erlaube den Maschinen jetzt eine niedrigere Flughöhe. Die Neuordnung der Anflugrouten beziehe nun auch bisher von Fluglärm fast freie Städte und Gemeinden ein. Hinzu käme eine zusätzliche Lärmbelastung, die durch besondere Wetterlagen verursacht sei. Insgesamt führe dies dazu, dass nun Menschen im Main-Kinzig-Kreis mit Lärm belastet würden, die bisher weitgehend davon verschont worden seien.
„Selbst wenn der jetzige Zustand dazu führen würde“, so Dreibus weiter, „Menschen woanders im Kreis vom Fluglärm zu entlasten, so ist dies keine Lösung. Diese „Verteilung“ des Fluglärms wird – wenn überhaupt – wohl nur so lange wirken, bis der Ausbau des Flughafens zu noch mehr Flugverkehr und damit zu mehr Fluglärm für alle führen wird. Dies gilt besonders dann, wenn sich die Flugsicherung weiterhin weigert, lärmärmere Anflugverfahren anzuwenden, um so Personal und damit Kosten sparen zu können.
Damit die Fluglärmbelastung für die Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis und seinen Nachbarkreisen reduziert werden kann, wird DIE LINKE weiterhin die engagierten Einzelkämpfer und Bürgerinitiativen unterstützen.“
Unterstützung erhält der Bundestagsabgeordnete von seiner Parteikollegin aus dem Landtag, Barbara Cárdenas. Diese fordert mit Nachdruck von der Landesregierung, nun endlich für das Rhein-Main-Gebiet eine eigene Studie zu den Folgen des Fluglärms zu erstellen. Cárdenas ist sich sicher, dass eine Gesundheitsstudie auch für das Rhein-Main-Gebiet eine Erhöhung der Schlaganfällen, Herzerkrankungen und Krebserkrankungen aufzeigen werde. Zudem verspricht sie den Lärmgeplagten, dass sich DIE LINKE im Landtag auch zukünftig für die Gesundheitsstudie und die sofortige Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr einsetze.
„Flugverkehr“, so der Bundestagsabgeordnete Dreibus abschließend, „ist das umweltschädlichste aller Fortbewegungsmittel. Gleichzeitig ist er hoch subventioniert: Der internationale Flugverkehr aus Deutschland ist von allen Steuern und Abgaben befreit und für Inlandsflüge ist lediglich Mehrwertsteuer auf die Tickets zu zahlen. DIE LINKE fordert dagegen beispielsweise eine EU-weite einheitliche Kerosinsteuer und ein ökologisches Verkehrsgesamtkonzept, dass Mobilität für alle ermöglicht statt auf Profitmaximierung der Mobilitätsunternehmen zu setzen. Der Schutz der Anwohner vor Fluglärm hat für uns Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen der Flughäfen.“