1. August 2011

Keine Privatisierung des Offenbacher Stadtklinikums

Anlässlich der drohenden Privatisierung des Offenbacher Stadtklinikums erklärt Barbara Cárdenas, bildungs-und migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im hessischen Landtag:

 „Gesundheit ist keine Ware! Privatisierungen kommen uns teuer zu stehen!“ Zur Erläuterung verweist Cárdenas auf die Konsequenzen von Privatisierungen: „Wie jedes private Unternehmen werden privatisierte Kliniken betrieben, um möglichst hohen Gewinn zu erwirtschaften. Die Gewinne sind Abflüsse von Geldern, die dann im Gesundheitswesen fehlen. Die Mittel der Gewinnsteigerung sind einerseits Kostensenkungen, und andererseits Steigerungen des Umsatzes. Gespart wird vor allem beim Pflegepersonal. Das Resultat sind niedrige Löhne und Arbeitsüberlastung. Das hat weitreichende Folgen für die Patientinnen und Patienten: bspw. können hygienische Standards aus Zeitgründen nicht eingehalten werden, für menschliche Zuwendung gegenüber den Patientinnen und Patienten ist keine Zeit mehr. Ebenso weitreichend ist die andere Seite der Gewinnsteigerung: zwecks Umsatzsteigerung werden Diagnoseverfahren und Therapien – bis hin zu Operationen – durchgeführt, die gar nicht notwendig sind.“

Cárdenas abschließend: „Ein privatisiertes Gesundheitssystem kommt die Gesellschaft doppelt teuer zu stehen. Ein plastisches Beispiel sind die USA. Die Jahres-pro-Kopf-Ausgaben sind mit gut 7000 Dollar doppelt so hoch wie in Deutschland – bei deutlich schlechterem gesundheitlichen Gesamtzustand der Bevölkerung.