27. Juli 2011

Gemeinschaftsschulen sind fortschrittlich

LINKE sehen bei der CDU rückwärtsgewandte Bildungspolitik

Zu der Auseinandersetzung über die Ausrichtung der zukünftigen Bildungspolitik zwischen der Main-Kinzig CDU mit dem designierten hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Matthias Zach (Grüne) hat sich nun auch DIE LINKE zu Wort gemeldet. 

In einer gemeinsamen Presseerklärung der bildungspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion Barbara Cárdenas und des Hanauer Fraktionsvorsitzenden Jochen Dohn heißt es: „Die verstärkten Angriffe verschiedener CDU-Politiker gegen die Gemeinschaftsschule zeigt eines: Die hessische CDU verfolgt eine rückwärtsgewandte Bildungspolitik, die selbst innerhalb der Bundes-CDU eine Minderheitenmeinung ist. Außerhalb Hessens sehen immer mehr CDU-Mitglieder, dass ein längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung zu den notwendigen Bildungsstandards zählen.“

Besonders enttäuscht zeigt sich Cárdenas von ihrem Landtagskollegen Hugo Klein: „Gebetsmühlenartig behauptet Herr Klein, wie auch seine hessischen Parteikollegen, immer wieder, dass es keine wissenschaftlich fundierte Studie gebe, die den Erfolg eines längeren gemeinsamen Lernens aufzeige. Dies ist falsch! Dabei müsste es Herr Klein nach den Plenardebatten und den Sitzungen im kulturpolitischen Ausschuss besser wissen.“ Für Cárdenas sprechen die Erfolge der skandinavischen Länder bei der PISA-Studie oder der OECD-Bericht zur deutschen Bildungspolitik eine deutliche Sprache: „Der OECD-Bericht bestätigt einmal mehr, dass das dreigliedrige Schulsystem mit seiner scharfen sozialen Auslese eine der Hauptursachen für das deutsche Versagen in der Bildung ist. Außerdem spielt die soziale Herkunft eine immens wichtige Rolle, für welche Schulform ein Kind vorgeschlagen wird. Zudem wird Deutschland aufgefordert, die UN-Behindertenkonvention im gesamten Bildungsbereich umzusetzen und die Ausgrenzung von Behinderten zu beenden.“

Ergänzend dazu stellt Dohn fest, dass es in den Kindertagesstätten und auch in den Grundschulen mit dem gemeinsamen Lernen bestens funktioniert: „Selbst die Inklusion von behinderten Kindern ist dort möglich und gewollt. Erst die von der CDU verteidigte frühe Selektion nach der 4. Klasse raubt den Kindern ihre Zukunft. Wenn Herr Zach nun die Weichen hin zu einer inklusiven Bildung stellt, dann findet dies den Beifall der LINKEN.“

Für DIE LINKE steht zweifelsfrei fest: Das Erfolgsrezept besteht aus kleinen Klassen, in denen die Kinder in gebundener Form ganztägig bis zur 10. Klasse inklusiv gemeinsam lernen können und individuell gefördert werden. Dazu bedarf es jedoch ein Umdenken in der Landespolitik, mehr finanzielle Mittel und weitere gut ausgebildete Lehrkräfte.

Nach Ansicht der beiden LINKEN Politiker muss irgendwann einmal auch die hessische CDU die Realität erkennen und begreifen, dass immer weniger Eltern ihre Kinder auf die Hauptschulen schicken. Dabei geht es der CDU nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung um das bessere Bildungskonzept, sondern sie will mit dem Begriff der ‚Einheitsschule‘ Verunsicherung schüren. Dabei wird absichtlich von Seiten der CDU verschwiegen, dass die gute Arbeit, die schon heute auf den Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschulen geleistet wird, in ‚Eine Schule für Alle‘ (Gemeinschaftsschule) erfolgreich übertragen werden kann. Dies gilt natürlich auch für Projekte, wie etwa bei SchuB- oder Praxisklassen.