Heute erhält die Muslimin Dekha Ibrahim Abdi den Hessischen Friedenspreis 2009. Aus diesem Anlass erklärtt Barbara Cárdenas, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
"Dekha Ibrahim Abdi hat sich nicht nur in Kenia, sondern in vielen Teilen der Welt als zuverlässige Friedensstifterin engagiert. Ihre Vermittlung zwischen Bürgerinitiativen und staatlichen Institutionen macht sie zugleich zur Brückenbauerin in einer Welt, wo Krieg und Frieden Männersache ist. Mit ihrer Widerständigkeit und ihrem Mut steht Dekha Ibrahim Abdi für die Unantastbarkeit menschlicher Würde.
„Dekha Ibrahim Abdi“, so Cárdenas weiter, "zeigt mit ihrem entschiedenen Engagement für den Frieden auch, wie der Dialog zwischen den Religionen funktionieren kann. Ihre gewaltfreie Arbeit ist Vorbild für alle, die sich für den Frieden jetzt und hier, morgen und überall einsetzen wollen.
Zur Person: Dekha Ibrahim Abdi wurde 1964 geboren und wuchs zusammen mit Menschen verschiedener Ethnien und Religionen auf. Sie war 27 Jahre alt, als in ihrer Heimatstadt Wajir ein lang unterdrückter Konflikt ausbrach. Im Nachbarstaat Somalia tobte der Bürgerkrieg und die Sicherheitslage verschärfte sich. Die Konflikte führten zu 1.500 Toten und Hass zwischen den örtlichen Clans. Deshalb startete Dekha Abdi und weitere Frauen wie auch Männer eine Friedensinitiative und brachten Menschen verschiedener Clans und Ethnien zusammen. Als Wajir Peace Committee erreichten sie schließlich ein Friedensabkommen. Dieses Modell des Friedenskomitees kam auch in anderen Teilen Afrikas, Asiens und Europas zum Einsatz. Dekha Abdi wurde bereits 2007 mit dem alternativen Nobelpreis geehrt.