Zum Hin und Her um die Aberkennung des Hessischen Kulturpreises für Navid Kermani, einem der bekanntesten muslimischen Publizisten in Deutschland, erklärt Barbara Cárdenas, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag:
„Dass Ministerpräsident Roland Koch (CDU) so schnell der Aufforderung Kardinal Lehmanns nachgab, den Preis an Kermani wegen dessen kritischer Auseinandersetzung mit dem christlichen Kreuz wieder abzuerkennen, zeigt, wie schnell Koch umfällt. Seine rückwärts gewandten, nicht am Dialog interessierten Positionen, kennen wir zur Genüge aus seinen Wahlkämpfen.
Dass er nun versucht, das zerschlagene Porzellan notdürftig wieder zu kitten, kennen wir ebenfalls von ähnlichen Vorgängen. Dies passiert immer dann, wenn ihm selbst von konservativer Seite dazu geraten wird, den auf Ausgleich bedachten Landesfürsten zu spielen.“
Navid Kermani habe den Preis verdient, so Cárdenas. Kardinal Lehmann, der ehemalige Kirchenpräsident Peter Steinacker und Ministerpräsident Roland Koch hätten sich dagegen in einer intoleranten Weise präsentiert, die zu der jetzigen Blamage geführt habe.