Linke fordert Henzler auf, ihre Entscheidung zur Schulsozialarbeit zu korrigieren
Die jüngste Entscheidung des Kultusministeriums, sich nicht an den Kosten für Schulsozialarbeit zu beteiligen, halten die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Linken Barbara Cárdenas und der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Kreistag Andreas Müller, für einen schwerwiegenden Fehler der jetzigen CDU-FDP-Landesregierung.
Der Kreis hatte sich in 2008 mit 28 Städten und Gemeinden darauf geeinigt, dass die Kosten für die Schulsozialarbeit an den Kreisschulen zu jeweils einem Drittel vom Land Hessen, vom Kreis und von den Kommunen übernommen werden sollte. Zustimmung zu dieser Finanzierung signalisierte der damalige hessische Kultusminister Jürgen Banzer (CDU).
Die beiden Linken-Politiker sehen in der Absage durch die Kultusministerin Henzler die Schülerinnen und Schüler als klare Verlierer. „Alle Studien zeigen, dass eine bessere Prävention durch den Ausbau von Schulsozialarbeit und psychologischer Betreuung an Schulen erzielt wird. Selbst CDU und FDP haben in ihren Wahlprogrammen diese sinnvolle Arbeit betont. Jedoch sind die Aussagen nichts Wert. Die Arbeit ist zwar wichtig, aber zahlen solle doch bitte der Jugendhilfeträger und somit Kreis“, kritisiert Andreas Müller.
Für Barbara Cárdenas ist die „Selbstständige Schule“ und die „105-prozentige Lehrerabdeckung“ eine Mogelpackung. „Schon heute gibt es nicht genug Lehrkräfte. Den Schulen wird durch die Selbstständige Schule Entscheidungsfreiheit vorgetäuscht.“ Dem entgegen setzt DIE LINKE auf den Ausbau von Ganztagsschulen und zusätzlich 250 Sozialarbeiter und 250 Psychologen in Hessen. Die Finanzierung dieser sinnvollen Aufgabe muss nach Ansicht der Linken schrittweise das Land übernehmen. Eine Gegenfinanzierung wäre auch gegeben: Während die Landesregierung dem Main-Kinzig-Kreis eine Absage erteilte, wurde der privaten European Business School durch die Landesregierung und die Stadt Wiesbaden über 35 Millionen Euro an Steuergeldern zugesagt.