Eltern, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie im Bildungsbereich Beschäftigte werden sich in der kommenden Woche an einem bundesweiten Bildungsstreik beteiligen. Dazu erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„DIE LINKE teilt die Meinung der zu Protesten aufrufenden Gruppen, dass eine bessere Bildungspolitik dringend vonnöten ist. Sie wendet sich aufs Schärfste gegen Versuche, Schülerinnen und Schüler, die sich an Protestaktionen beteiligen wollen, einzuschüchtern, wie es inzwischen an vielen Orten geschehen ist. Die Proteste sind berechtigt!
Das bestehende, mehrgliedrige Schulsystem bedeutet Leistungs-, Noten- und Konkurrenzdruck von der Grundschule an. In Hessen halten die Regierungsparteien CDU und FDP an diesem aussondernden Schulsystem fest. Außerdem gehören Klassengrößen von 30 und mehr Schülerinnen und Schülern immer noch zur traurigen Normalität.
Durch zahlreiche Maßnahmen hat die Politik in den letzten Jahren die Auslese und den Leistungsdruck im Bildungssystem noch verschärft: Schulzeitverkürzung mit G8, Einführung von Studiengebühren (die in Hessen immerhin aufgrund heftiger Proteste wieder abgeschafft werden konnten), Verschulung des Studiums durch Bachelor/Master und vieles andere mehr.“
Es sei ein gesellschaftlicher Skandal, so Cárdenas, dass Hunderte von Milliarden Steuergelder aufgebracht werden, um selbstverschuldet in die Krise geratene Banken zu stützen, gleichzeitig dringend nötige Bildungsinvestitionen aber ausblieben.
Cárdenas: „Während Milliardenbeträge fließen, um Autos zu verschrotten, besuchen nicht wenige Kinder Schulgebäude, die mühelos den traurigen Titel ‚abgewrackt’ verdienen.“
DIE LINKE. Fraktion werde das Thema Bildungsstreik und notwendige Verbesserungen in der Bildungspolitik, zu denen auch demokratische Entscheidungsstrukturen an den Schulen gehören, zum Thema im Hessischen Landtag machen.