26. Juni 2009

Keine Dequalifizierung und Benachteiligung von Lehrerinnen und Lehrern per Gesetz!

Anlässlich der heutigen Anhörung zur Novelle des Schul- und Lehrerbildungsgesetzes erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: 

„In der heutigen öffentlichen Anhörung zu Änderungen des Lehrerbildungs- und Schulgesetzes von CDU und FDP haben fast alle Experten sich äußerst kritisch geäußert. DIE LINKE teilt die Befürchtung, dass die vorgestellten Gesetzesänderungen unter anderem dazu dienen sollen, die Integrierten Gesamtschulen in Hessen an den Rand zu drängen. Auf diesem Weg soll offenbar nach dem zu erwartenden Wegfall der Hauptschulen ein hochgradig sozial selektives zweigliedriges Schulmodell eingeführt und zugleich eine Entwicklung hin zu mehr längerem, gemeinsamem Lernen unmöglich gemacht werden.“ 

Anstatt den Lehrerberuf endlich attraktiver zu machen, forcierten die Regierungsfraktionen das Gegenteil, so Cárdenas: Sie deregulierten und organisierten zudem aufs Neue eine Leistungsbenachteiligung der hessischen Lehramtsstudierenden per Gesetz, indem sie eine falsche Notentabelle durch eine andere falsche ersetzen. 

Cárdenas: „Dieses Manko muss umgehend abgestellt werden. Außerdem muss das Land statt auf Quereinsteiger zu setzen, zuerst einmal die eigenen Ressourcen ausschöpfen und den 47 Prozent der Lehrer, die soeben ihr 1. Staatsexamen erworben haben, jedoch keinen Referendariatsplatz erhalten haben, einen solchen zur Verfügung stellen. Ebenso wäre es sinnvoll, zukünftig auf Zugangsbeschränkungen zum Lehramtsstudium zu verzichten (NC), zumal ein positiver Zusammenhang zwischen guten Abiturnoten und guter Arbeit im Lehrerberuf nicht gegeben ist.“ 

Es sei völlig inakzeptabel, wenn junge Menschen nach dem 1. Teil ihrer Ausbildung keinen Platz im Vorbereitungsdienst erhielten. Wenn dies auch noch in Zeiten geschehe, in denen die politisch Verantwortlichen einen Lehrkräftemangel beklagten, müssten an sich bei allen die Alarmglocken läuten.