Zu der von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) angekündigten Einführung des Islamischen Religionsunterrichts erklärt Barbara Cárdenas, bildungs- und migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„DIE LINKE begrüßt, dass die neue Kulturministerin Dorothea Henzler (FDP) einen Vorstoß unternommen hat, um eine bestehende Ungleichbehandlung zu beenden. Zwar sieht DIE LINKE Religion als Privatangelegenheit an, weshalb religiöse Erziehung vor allem in die Familie und in die Gemeinden gehört. Dementsprechend würde DIE LINKE einen religionskundlichen und überkonfessionellen, gemeinsamen Unterricht für Schülerinnen und Schüler aller Religionen bevorzugen.
Solange die Schulen in Hessen aber Kindern evangelischer und katholischer Religionszugehörigkeit entsprechenden Unterricht anbieten, müssen muslimische Kinder mit ihnen gleichgestellt werden.
Auch von christdemokratischer Seite wird immer wieder auf die Bedeutung hingewiesen, die dem im Grundgesetz allgemein verbrieften Recht auf eine religiöse schulische Erziehung zukommt, so Cárdenas. Aber den Worten folgten in den letzten Jahren keine Taten. Auch das Projekt „Islam im Ethikunterricht" unter der damaligen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) wurde nie wirklich umgesetzt. Es sei angeblich an mangelnder Nachfrage der Eltern gescheitert, was von muslimischer Seite bestritten wird. Auch z.B. in NRW, wo seit 1999 Unterricht in „Islamkunde in deutscher Sprache" an mittlerweile 110 Schulen angeboten wird, nehmen ca. 75% der muslimischen Kinder teil."
Cárdenas: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Scheitern am fehlenden politischen Willen der CDU-Regierung lag, Islamkunde dem evangelischen oder katholischen Religionsunterricht faktisch gleichzustellen. Auch die jüngsten Äußerungen des stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Irmer, der Henzler ein `Vorpreschen` vorwirft, zeigen ja ganz deutlich, dass mindestens Teile der CDU an der Ungleichbehandlung festhalten wollen."
