Die Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag wird in der nächsten Woche einen Gesetzentwurf zur Änderung des Hessischen Schulgesetzes in den Landtag einbringen, der sich mit der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit (G8) befasst. Dazu erklären die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag, Barbara Cárdenas, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Janine Wissler:
„DIE LINKE lehnt die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit ab. G8 führt zu mehr Stress und weniger Freizeit für Kinder und Jugendliche. Auch die Familien sind davon betroffen". Cárdenas weist auf die alarmierenden Einschätzungen von Kinderärzten hin, die vor den gesundheitlichen Belastungen durch höheres Lernpensum und längeren Unterricht warnen.
„Die Sorgen und Bedenken der Schülerinnen und Schüler, der Lehrenden und der Eltern müssen ernst genommen werden. Die Landesregierung kann nicht darüber hinweggehen, dass es eine breite Ablehnung von G8 gibt. Nicht die Wünsche der Wirtschaft, die in der Vergangenheit Interesse an einem zügigen Schulverlauf bekundeten, dürfen maßgebend sein, sondern die der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer. Die hessischen Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf qualifizierte Bildung - ohne Dauerstress, ohne Nachhilfe und ohne den Verzicht auf Sport- und Freizeitaktivitäten."
DIE LINKE meint: Lernen braucht Zeit - für eine gemeinsame sechsjährige Mittelstufe. Deshalb sieht die Gesetzesänderung vor, zur sechsjährigen Mittelstufe zurückzukehren. Die Landesregierung habe die Folgen von G8 nur unzureichend bedacht: „Es bleibt ein Rätsel, was passiert, wenn 2014 und 2015 zwei signifikant größere Jahrgänge in Folge von G8 an die Hochschulen und auf den Ausbildungsmarkt strömen. Darüber muss man sich heute Gedanken machen, nicht erst dann", so Cárdenas.
DIE LINKE habe dazu eine Kleine Anfrage gestellt, damit die Regierung zu diesen Fragen Stellung nehme. Grundsätzliche Ziele seien ein durchlässiges Bildungswesen und dass Übergänge von einer Bildungsstufe in eine höhere an jedem Punkt der Schulkarriere möglich sein müssten.
„DIE LINKE hat eine grundlegend andere Vorstellung davon, was eine gute Bildungspolitik auszeichnet. Wir betrachten Bildung nicht unter der herrschenden ökonomischen Verwertbarkeitslogik. Zugang zu Bildung muss allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen und ethischen Herkunft offen stehen. Das gilt von der Kita bis zur Uni", so Janine Wissler abschließend.