Statt „Bildungsland Nummer 1“ Schlusslicht aller Flächenländer
Zum Ergebnis des so genannten IGLU-Bundesländervergleichs, bei dem Viertklässler aus Hessen beim Lesen und Texte verstehen schlechter abschneiden als die Schüler aus den meisten anderen Bundesländern, erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Ob Pisa-Test oder die heute vorgelegte IGLU-Studie, eines zeigt sich immer wieder ganz klar: Hessen liegt, was die Güte von Bildung angeht, wenn nicht weit abgeschlagen, dann doch einmal mehr im hinteren Mittelfeld. Das ist kein Wunder. Wo man Test auf Test folgen lässt, wird der Unterricht eben keinesfalls besser, sondern werden die Schülerinnen und Schüler höchstens krank.“
Damit müsse endlich Schluss sein, so Cárdenas weiter. „Statt immer wieder neuer Daten zu erheben, seien Taten gefordert, das heißt: mehr Mittel und Personal für individuelle Förderung sowie eine große Bildungsreform, die der sozialen Selektivität des Schulsystems ein Ende bereiten.“
Wie dringend notwendig dies sei, verdeutliche unter anderem der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz erstellte und gerade veröffentlichte Bildungsfinanzbericht 2008, so Cárdenas. Nach diesem liegt der Bundesdurchschnitt der öffentlichen Ausgaben für Schulen und Hochschulen bei 4,1 Prozent. Das von Roland Koch propagierte „Bildungsland Nummer 1“ Hessen bildet mit seinem BIP-Anteil von 3 Prozent dagegen - was die Finanzierung von Bildung angeht - das Schlusslicht aller bundesdeutschen Flächenländer.
„Trotz aller Sonntagsreden von Koch und Bildungsminister Banzer steht eines nunmehr fest: In keinem anderen Flächenland wird Bildung so kaputt gespart wie hier“, so Cárdenas abschließend.