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4. August 2008

Schuljahresbeginn: Richtungswechsel in der Bildungspolitik steht nach wie vor aus!

Anlässlich des heutigen Schulanfangs in Hessen erklärt , bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Kultusminister Banzer (CDU) sollte die Warnungen und Problemschilderungen der hessischen GEW und Schülervertretung ernst nehmen und umgehend handeln: Zu viele Lehrerstellen sind nicht besetzt, generell sind die Klassen in Hessen viel zu groß und gehören reduziert. Hessen tut so gut wie nichts für die Integration junger Migrantinnen und Migranten sowie für Menschen mit Behinderungen. Und das sind nur einige von dutzenden Punkten.“

Cárdenas weist nochmals darauf hin, dass die Verkürzung des gymnasialen Bildungsganges mittels G8 viele Kinder und Eltern überfordere und daher nicht aufrechterhalten werden darf.
„Der ausgelöste Stress und die Belastungen reichen weit bis in die Familien hinein. Freizeit findet kaum noch statt. Die bereits vorhandene soziale Auslese des hessischen Schulsystems ist dabei noch verschärft worden: Der erhöhte Leist¬ungs¬druck steigert die Bedeutung des Vorwissens, welches die Kinder und Jugendlichen ‚von zu Hause’ mitbringen, immens. Kinder, deren Elternhäuser ihnen bei den Hausaufgaben keine ausreichende Hilfe geben oder bezahlen können, sind den an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen. Die Fraktion DIE LINKE. hat anlässlich dieser skandalösen Situation ein Gesetz ins Parlament eingebracht, durch das die gemeinsame sechsjährige Mittelstufe und die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen wieder hergestellt werden soll. Schülerinnen und Schüler können dann selbst entscheiden, ob sie die Oberstufe kürzer durchlaufen möchten. Wir erwarten, dass der Landtag die Diskussion dazu in Kürze wieder aufnimmt.“

Ein anderer Skandal bestehe darin, dass Minister Banzer die Gelder für Ganztagsschulen fast vollständig in die Gymnasien fließen lasse, wo sie zur Absicherung des für G8 notwendigen Ganztagsbetriebs dienen. „Dies ist nicht hinnehmbar! Auch Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen, besonders wenn sie aus benachteiligten Familien kommen oder mehrsprachig sind, benötigen dringend die besser ausgestatteten Ganztagsschulen. Hier ist eine Aufstockung der Mittel dringend erforderlich“, so Cárdenas.