09.07.2009 Optionszwang im Staatsangehörigkeitsrecht streichen

Herr Präsident, sehr geehrten Damen und Herren!

Ich möchte noch ganz kurz auf die psychologischen Aspekte

eingehen. Ich bin seit über 30 Jahren Mitglied der iaf, des

Verbands binationaler Familien und Partnerschaften.

Meine Kinder haben zwei Staatsangehörigkeiten. Wenn

sich meine Kinder für eine Staatsangehörigkeit entscheiden

müssten, würden sie in sehr tiefe Gewissenskonflikte

gestürzt. Denn sie fühlen sich beiden Ländern zugehörig,

dem kolumbianischen Staat und dem deutschen Staat. Sie

haben ihre Ferien immer in Kolumbien verbracht. Sie haben

sehr viele Eigenschaften, die sie mit Kolumbien verbinden.

Als Psychologin kann ich ganz deutlich sagen: Sie werden

viele dieser Kinder in große Schwierigkeiten stürzen,

wenn Sie von ihnen verlangen, sich für eine Staatsangehörigkeit

zu entscheiden. In einer globalisierten Welt sollten

wir in der Lage sein, zu respektieren, dass Kinder mit

mehreren Staatsangehörigkeiten aufgewachsen sind.Wir

sollten ihnen diese Möglichkeit nicht verwehren. Deshalb

werde ich diesen Antrag auf jeden Fall unterstützen. –

Danke schön.

(Beifall bei der LINKEN und bei Abgeordneten

der SPD – Hans-Jürgen Irmer (CDU): Das war

ganz wichtig!)