Herr Präsident, sehr geehrten Damen und Herren!
Ich möchte noch ganz kurz auf die psychologischen Aspekte
eingehen. Ich bin seit über 30 Jahren Mitglied der iaf, des
Verbands binationaler Familien und Partnerschaften.
Meine Kinder haben zwei Staatsangehörigkeiten. Wenn
sich meine Kinder für eine Staatsangehörigkeit entscheiden
müssten, würden sie in sehr tiefe Gewissenskonflikte
gestürzt. Denn sie fühlen sich beiden Ländern zugehörig,
dem kolumbianischen Staat und dem deutschen Staat. Sie
haben ihre Ferien immer in Kolumbien verbracht. Sie haben
sehr viele Eigenschaften, die sie mit Kolumbien verbinden.
Als Psychologin kann ich ganz deutlich sagen: Sie werden
viele dieser Kinder in große Schwierigkeiten stürzen,
wenn Sie von ihnen verlangen, sich für eine Staatsangehörigkeit
zu entscheiden. In einer globalisierten Welt sollten
wir in der Lage sein, zu respektieren, dass Kinder mit
mehreren Staatsangehörigkeiten aufgewachsen sind.Wir
sollten ihnen diese Möglichkeit nicht verwehren. Deshalb
werde ich diesen Antrag auf jeden Fall unterstützen. –
Danke schön.
(Beifall bei der LINKEN und bei Abgeordneten
der SPD – Hans-Jürgen Irmer (CDU): Das war
ganz wichtig!)