Menschlichkeit statt Sturheit für Familie Kazan - Bouffier muss umdenken

Zur Rede

Wir verurteilen das Vorgehen Bouffiers

Die Linke fordert Bouffier auf, auf rechtliche Mittel zu verzichten. Ein Innenminister, der nicht bereit sei, ein Asylstop umzusetzen, sei nicht hinnehmbar.

 

 

Ich bin sehr froh, dass wir diesen Fall in der Aktuellen

Stunde behandeln können. Ich bin selbst mit dem Fall vertraut,

da sich mein Wahlkreisbüro in Hanau, also im Main-

Kinzig-Kreis, befindet. Als LINKE möchten wir das Vorgehen

des Innenministers Bouffier aufs Schärfste verurteilen,

da die Familie Kazan am 13.02.2007 in die Türkei

ausgewiesen wurde. Wir wissen nun, dass die Kinder eigentlich

nicht hätten ausgewiesen werden dürfen. Der

Prozess gegen diese Ausweisung ist am 10.03.2008 gewonnen

worden. Die sofortige Wiedereinreise der Mutter Kazan

sowie ihrer sechs Kinder, die zwischen sechs und 15

Jahre alt sind, konnte erwirkt werden.

Nachdem Innenminister Bouffier Herrn Landrat Pipa angewiesen

hatte, Berufung einzulegen und damit die

Wiedereinreise zu verhindern, der Landrat dies aber zurückgewiesen

hatte, wurde Herr Innenminister Bouffier

aktiv und ging selbst in Berufung. Der Kreis Main-Kinzig

geht allerdings davon aus, dass sich der Innenminister gar

nicht als Beteiligter definieren durfte sowie selbst gar

keine Berufung einlegen konnte. Die Kreistagsfraktionen

im Main-Kinzig-Kreis, LINKE, SPD usw., haben sich dafür

ausgesprochen, für die Mutter sowie die Kinder Kazan

eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes

auszusprechen. Herr Landrat Pipa hat dieses

Vorgehen ausdrücklich gebilligt und die Unterstützung

des Helferkreises, der eine Verpflichtungserklärung

für den Lebensunterhalt der Familie eingegangen ist und

diese weiterhin aufrechterhält, gewürdigt.

Das Verwaltungsgericht hatte sowohl die Mutter als auch

die Kinder als „faktische Inländer“ bezeichnet und den

Kindern hervorragende Deutschkenntnisse und gute

schulische Leistungen bescheinigt. DIE LINKE fordert

daher Herrn Innenminister Bouffier auf, die Mutter und

die Kinder Kazan einreisen zu lassen und auf das weitere

Einlegen von Rechtsmitteln zu verzichten.

(Beifall bei der LINKEN)

Die Fraktion DIE LINKE ist überzeugt, dass ein Regierungswechsel

und folglich ein anderer Innenminister für

die betroffene Familie eine andere Politik umgesetzt

hätte.

(Beifall bei der LINKEN)

Ein Innenminister, der nicht bereit ist, einen Asylstopp,

den die Legislative beschlossen hat, umzusetzen, ist nicht

hinnehmbar. Ein Innenminister, der die Beschlüsse der

Exekutive nicht respektiert, ist ebenfalls nicht hinnehmbar.

Deshalb unterstützen wir als linke Landtagsfraktion

den Dringlichen Antrag von SPD und BÜNDNIS 90/DIE

GRÜNEN. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der LINKEN)