Schullandschaft wird sich auseinander entwickeln
Laut Cárdenas seien bei der Wahlfreiheit die Gymnasien für die fitteren Kinder und die Gesamtschulen für die unsicheren Kandidaten.
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren!
Wir haben für die kooperativen Gesamtschulen Verständnis,
die durch die Möglichkeit, G 9 einzuführen, einen Schritt
in die richtige Richtung machen können.Wir haben auch
für den Antrag der FDP Verständnis, der hier eingebracht
worden ist, diesen Beschluss zügig umzusetzen. Angesichts
des Zitats, das wir hier gehört haben, denken auch
wir, dass das Verhalten der Kultusverwaltung zu rügen ist,
unsere Beschlüsse nicht umzusetzen. Ich denke, auch das
ist richtig, was Herr Wagner hier gesagt hat – dass die
Schulen schließlich selbst entscheiden sollen, ob sie sich
dieser Eile aussetzen wollen.
Ich möchte aber an dieser Stelle noch einmal kurz unsere
Enthaltung begründen. Wir waren die Einzigen, die zu
diesem sonst einstimmigen Beschluss eine kritische Haltung
eingenommen haben. Aber wir haben nicht dagegen
gestimmt.
Faktisch bedeutet Wahlfreiheit, dass in Zukunft die Eltern
bei ihren neun- bis zehnjährigen Kindern nach der generellen
Entscheidung für die Schulform noch entscheiden
sollen, ob sie ihre Sprösslinge für genügend stressresistent
und ihren Geldbeutel für ausreichend halten, um ihren
Kindern ausreichende Nachhilfemöglichkeiten zu verschaffen.
Damit werden viele Eltern überfordert sein, und
das war einer der Gründe für uns, dies abzulehnen.
Der zweite Grund unserer Ablehnung war unsere Befürchtung,
dass sich die Schullandschaft weiter auseinanderentwickeln
wird.
(Zuruf des Abg.Hans-Jürgen Irmer (CDU))
Der Tendenz nach werden die Gymnasien vor allem für
die fittesten Kinder und für die begütertsten Familien da
sein,
(Hans-Jürgen Irmer (CDU): Ei, ei, ei!)
die Gesamtschulen eher für die unsicheren Kandidaten.
(Hans-Jürgen Irmer (CDU): Das ist Klassenkampf
pur! So etwas Bescheuertes!)
Im Kulturpolitischen Ausschuss habe ich das bereits ausführlich
begründet. Ich wollte es hier nochmals ansprechen
und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall bei der LINKEN – Hans-Jürgen Irmer
(CDU): Junge, Junge, Junge!)